Sentiment

Was bedeutet Sentiment?

Kurz erklärt:

Sentiment beschreibt die erkennbare Stimmung oder Haltung in einer Äußerung, beispielsweise positiv, neutral oder negativ. Im Community Management wird Sentiment genutzt, um die Tonalität von Kommentaren, Beiträgen, Erwähnungen oder Nachrichten systematisch einzuordnen.

Ausführliche Erklärung:

Der Begriff Sentiment stammt aus der Analyse von Sprache und Meinungsäußerungen und bezeichnet die emotionale oder wertende Grundhaltung eines Textes. Im Social-Media-Kontext wird häufig zwischen positivem, neutralem und negativem Sentiment unterschieden. Je nach Analysemethode können auch feinere Kategorien wie Freude, Ärger, Enttäuschung, Zustimmung oder Ablehnung berücksichtigt werden.

Sentiment kann manuell durch Community Managerinnen und Community Manager oder automatisiert mithilfe von Software analysiert werden. Automatisierte Sentiment-Analysen verwenden meist Verfahren aus Natural Language Processing und maschinellem Lernen, um große Mengen an Textdaten zu klassifizieren. Dabei können jedoch Schwierigkeiten durch Ironie, Sarkasmus, Umgangssprache, Emojis, Dialekte oder kontextabhängige Formulierungen entstehen. Deshalb ist eine rein automatisierte Bewertung insbesondere bei sensiblen Themen nicht immer ausreichend.

Im Community Management ist Sentiment eng mit Social Listening, Social Monitoring und Reporting verbunden. Während Monitoring vor allem erfasst, wo und wie häufig eine Marke oder ein Thema erwähnt wird, hilft die Sentiment-Analyse dabei, die inhaltliche Stimmung dieser Erwähnungen einzuordnen.

Infografik zur Sentiment-Analyse im Community Management mit positiver, neutraler und negativer Stimmung sowie Nutzen für Social Listening, Monitoring und Reporting.

Bedeutung in der Praxis

In der Praxis wird Sentiment genutzt, um die Stimmung innerhalb einer Community oder rund um eine Marke, Kampagne, ein Produkt oder ein aktuelles Thema zu beobachten. Community-Management-Teams können dadurch erkennen, ob Diskussionen überwiegend positiv, neutral oder kritisch verlaufen und wie sich die Stimmung im Zeitverlauf verändert.

Eine einzelne negative Äußerung ist dabei nicht automatisch problematisch. Relevanter sind Veränderungen in der Gesamtverteilung oder auffällige Häufungen bestimmter Stimmungen. Wenn beispielsweise der Anteil negativer Kommentare innerhalb kurzer Zeit deutlich steigt, kann dies auf ein konkretes Problem, eine kontroverse Kommunikation oder eine beginnende Krisensituation hinweisen.

Community Managerinnen und Community Manager können Sentiment außerdem nutzen, um Themen und Reaktionsmuster genauer zu analysieren. So lässt sich beispielsweise feststellen, welche Inhalte besonders viel Zustimmung auslösen, welche Fragen regelmäßig Unsicherheit hervorrufen oder welche Unternehmensentscheidungen wiederholt kritisiert werden. In Verbindung mit qualitativer Analyse können daraus Hinweise für Kommunikation, Moderation und interne Abstimmung entstehen.

Im Reporting wird Sentiment häufig gemeinsam mit Erwähnungsvolumen, Reichweite, Engagement, Kommentaranzahl oder Themenclustern dargestellt. Dadurch lässt sich nicht nur erkennen, wie stark über eine Marke gesprochen wird, sondern auch mit welcher grundsätzlichen Haltung. Diese Unterscheidung ist wichtig, weil eine hohe Reichweite sowohl durch positive Resonanz als auch durch Kritik entstehen kann.

Für die Krisenprävention kann die Sentiment-Entwicklung ebenfalls relevant sein. Steigende negative Tonalität in Kombination mit zunehmendem Volumen, hoher Reichweite und wiederkehrenden Kritikpunkten kann ein Warnsignal darstellen. Eine manuelle Einordnung bleibt jedoch wichtig, da quantitative Sentiment-Werte allein keine verlässliche Aussage über Ursache, Tragweite oder tatsächliches Krisenpotenzial erlauben.

Vorteile:

  • Sentiment ermöglicht eine strukturierte Einordnung der Stimmung in digitalen Diskussionen.
  • Veränderungen der Tonalität können frühzeitig auf relevante Entwicklungen oder Konflikte hinweisen.
  • Die Analyse ergänzt quantitative Kennzahlen wie Reichweite und Erwähnungsvolumen um eine qualitative Dimension.
  • Sentiment-Daten können die Bewertung von Kampagnen, Themen und Community-Reaktionen unterstützen.
  • In Verbindung mit manueller Analyse lassen sich Ursachen und Muster hinter positiven oder negativen Reaktionen besser einordnen.

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Steven Raymond Urry, Geschäftsführer Alondra Social GmbH
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